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Undokumentierte Migrant/inn/en

Keywords: undocumented migrants, Undocumented Children, Undocumented Women

Undokumentierte Migrant/inn/en sind Menschen ohne Aufenthaltserlaubnis, mit der sie das Recht hätten legal in ihrem Ankunftsland zu verweilen. Ihnen ist entweder ein Asylantrag verweigert worden, ihr Visum ist abgelaufen oder sie haben irregulär das Land betreten.

Wege um ein/e undokumentierte Migrant/in zu werden sind komplex und oft das Ergebnis willkürlicher Politiken und Prozeduren auf die der/die Migrant/in sehr wenig oder gar keinen Einfluss hat. Aus PICUM’s Erfahrung haben die meisten undokumentierten Migrant/inn/en Europa auf legale Weise betreten, sind aber nach einiger Zeit in Schwierigkeiten gekommen und haben die Notwendige Arbeits- oder Aufenthaltserlaubnis verloren. Irregularität wird durch einen administrativen Eingriff hervorgerufen, nicht durch eine Straftat – es ist ein Prozess der durch Ausbeutung, Entlassung, Fehlinformationen und amtliche Verzögerungen aufrechterhalten wird.

Wenn sie sich einmal in einer irregulären Situation befinden, werden den Migranten systematisch die zum Leben notwendigen Grundbedürfnisse verweigert. Sie stehen somit vor dem de facto Verstoß gegen ihre Grundrechte. Sie haben keine Gesundheitsvorsorge, kein Recht auf Ausbildung, keinen Arbeitsschutz und wohnen in den am meisten heruntergekommenen Unterkünften in Europa.

Während die OECD schätzt, dass zwischen 5. und 8. Millionen Migrant/inn/en ohne legalen Status in Europa verweilen, bleiben sie größtenteils vor den Augen der politischen Entscheidungsträger verborgen. Diese Situation belastet lokale Akteure wie zum Beispiel nichtstaatliche Organisationen (NGOs), Gesundheits- und Bildungsfürsorgefachkräfte und Gemeindebehörden sehr. Diese arbeiten oft mit eingeschränkten Mitteln um die Grundrechte von undokumentierten Migrant/inn/en zu verteidigen und ihnen einen Grundlebensstandard zu sichern.

Diese lokalen Akteure sind tagtäglich mit Situationen konfrontiert, in denen sie Zeugen davon werden, dass der Mangel eines legalen Aufenthaltsstatus’ für einen beträchtlichen Teil der Bevölkerung ein Hindernis daran ist Zugang zu grundlegenden sozialen Dienstleistungen zu haben. Berufsgruppen wie Ärzte und Lehrer/innen werden Opfer von Widersprüchen zwischen dem was ihre berufliche Ethik von ihnen verlangt und dem kriminalisierenden Diskurs über undokumentierte Migrant/inn/en.

PICUM steht an der Spitze eines Netzwerks von betroffenen und besorgten Personen und Organisationen, die sich dafür engagieren undokumentierten Migrant/inn/en einen wirklichen nachhaltigen Wandel zu sichern, indem sie politische Entscheidungsträger informieren und beeinflussen.

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