Print

Arbeit und das Recht auf Gerechte Arbeitsbedingungen

Keywords: Fair Working Conditions, United Nations

Undokumentierte Arbeitsmigrant/-innen werden überall in der Europäischen Union, in den USA und anderen globalen Regionen beschäftigt und tragen daher erheblich zu den dortigen Wirtschaften bei.

Undokumentierte Arbeitskräfte sind attraktiv, da sie flexibel, verfügbar und, was noch wichtiger ist, sehr günstig zu beschäftigen sind. Durch die Verweigerung gerechter Arbeitsbedingungen können Arbeitgeber leichter der wachsenden Verbrauchernachfrage entgegenkommen. Unternehmen versuchen häufig ihre Kosten zu senken, indem sie die Standards für ihre Arbeitsbedingungen senken. Da einheimische Arbeitskräfte im Allgemeinen nicht bereit sind, derartige Tätigkeiten auszuführen, werden solche Jobs häufig von undokumentierten Migrant/-innen ausgeführt, die gezwungen sind, minderwertige Arbeitsbedingungen zu akzeptieren.

Arbeiter ohne legalen Status arbeiten häufig lange Stunden unter gefährlichen und unhygienischen Bedingungen. Viele erhalten keinen Lohn bzw. ein geringeres Entgelt als vereinbart wurde und können fristlos gekündigt werden, usw. Wenn sie wegen irregulärer Arbeit aufgegriffen werden, droht ihnen generell die Abschiebung, ohne dass sie ihr letztes Arbeitsentgelt einfordern können.

PICUM hält es für dringend erforderlich, eine Lösung zu dieser verzerrten Situation, in der undokumentierte Migrant/-innen einerseits kriminalisiert und verfolgt sowie andererseits erwünscht und ausgebeutet werden, zu finden. PICUM sucht nach konkreten Wegen, in denen undokumentierte Arbeitskräfte Schutz erhalten können, wenn sie ausgebeutet oder missbraucht werden.

Das Recht auf gerechte Arbeitsbedingungen

Der Grundsatz der Gewährleistung grundlegender, sicherer und gerechter Arbeitsbedingungen wie die Bezahlung eines Entgelts an alle Beschäftigte, einschließlich an jene ohne legalen Status, ist in den untenstehenden Rechtsinstrumenten ausdrücklich geschützt. All diese Instrumente versuchen die Gleichbehandlung von Arbeitsmigrant/-innen und den Staatsangehörigen des Beschäftigungsstaates zu fördern.

In der Wanderarbeiterkonvention (ICMW) werden speziell die unmenschlichen Lebens- und Arbeitsbedingungen sowie der körperliche Missbrauch, dem viele Wanderarbeiter ausgesetzt sind, angesprochen.  anderarbeitnehmern wird die gleiche Behandlung wie den Staatsangehörigen des Beschäftigungsstaates in Bezug auf Arbeitsentgelt und Arbeitsbedingungen garantiert, und sie haben das Recht, an Versammlungen und Tätigkeiten von Gewerkschaften und anderen Vereinigungen teilzunehmen, die gegründet wurden, um deren wirtschaftliche, soziale, kulturelle und sonstige Interessen zu schützen.

Maßnahmen von PICUM zum Schutz undokumentierter Arbeitsmigrant/-innen

Die Mitglieder von PICUM haben zunehmend herausgestellt, wie wichtig es ist, undokumentierte Arbeitsmigrant/-innen zu schützen. Diese Organisationen müssen sich täglich mit der Realität des Missbrauchs und der Ausbeutung undokumentierter Migrant/-innen am Arbeitsplatz auseinandersetzen. Immer mehr Akteure der Zivilgesellschaft und politische Entscheidungsträger erkennen an, welche ernsthaften Risiken damit einhergehen, dass man eine Situation toleriert, in der einer bestimmten Gruppe von Arbeitnehmern ihre Rechte verweigert werden.

PICUM hat eine Arbeitsgruppe europäischer Organisationen geleitet, um einen gemeinsamen Standpunkt zur Richtlinie der Europäischen Kommission über Sanktionen gegen Arbeitgeber zu erarbeiten. Gemeinsam mit ENAR, Solidar und einer Reihe anderer Organisationen hat PICUM mehrere Positionspapiere während der Ausarbeitung des EU-Vorschlags für eine Richtlinie über Sanktionen gegen Personen, die Drittstaatsangehörige ohne Aufenthaltsgenehmigung beschäftigen, herausgegeben. Die Richtlinie wurde vom Europäischen Parlament im Februar 2009 verabschiedet.

Bitte klicken Sie hier für die Positionspapiere von PICUM zu dieser Richtlinie.

Diese Studie von PICUM enthält eine Vielzahl an Beispielen der zahlreichen Wege, wie NRO, Gewerkschaften und andere Akteure die Rechte undokumentierter Arbeitskräfte in Europa und in den USA aufrechterhalten.Um zu einer gerechten und pragmatischen Politik für Arbeitsmigranten/-innen beizutragen, hat PICUM ausführliche Informationen von NRO, Gewerkschaften und anderen Akteuren gesammelt, die mit undokumentierten Arbeitskräften arbeiten und sich für sie einsetzen, sowohl in Europa als auch in den USA. Es wird eine Reihe von Methoden vorgestellt, die in zehn Aktionsbereiche unterteilt sind und zum Ziel haben, zur Achtung der Würde von undokumentierten Migranten/-innen als Menschen und Arbeitskräfte beizutragen.

Als Teil dieser Initiative hat PICUM eine Reihe von Veranstaltungen im März 2006 abgehalten.

i) KONFERENZ: 'Protecting Undocumented Workers in Europe' ('Schutz undokumentierter Arbeitskräfte in Europa')

Am 23. März 2006 veranstaltete PICUM mit der Unterstützung des Europäischen Gewerkschaftsbunds (EGB) eine Konferenz über Erfolge und Strategien zum Schutz undokumentierter Arbeitsmigranten/-innen. Uber 100 Vertreter von NRO, Gewerkschaften, Regierungsorganisationen,orschungsinstituten sowie andere Akteure haben Erfahrungen und Ideen darüber ausgetauscht, wie man Arbeitnehmer ohne legalen Status vor Ausbeutung und Missbrauch schützen kann.

Klicken Sie hier für den BERICHT (EN)

ii) POLITISCHER DIALOG:  'Ten Ways to Protect Undocumented Workers' ('Zehn Wege, um undokumentierte Arbeitsmigrant/-innen zu schützen' )

Am 24. März 2006 veranstaltete PICUM in Zusammenarbeit mit der König Baudouin Stiftung und dem European Policy Centre den politischen Dialog 'Regularisierung ist nicht die einzige Politik: Zehn Wege, um undokumentierte Arbeitsmigranten/innen zu schützen'. Im Rahmen dieses Dialogs wurden Maßnahmen erörtert, die ergriffen werden können, um Arbeitsmigranten/innen vor Ausbeutung zu schützen.

Klicken Sie hier für den BERICHT (EN)

Die erste internationale Konferenz von PICUM wurde im Mai 2003 beim Europäischen Parlament veranstaltet zum Thema 'Undokumentierte Arbeitsmigranten/-innen in Europa'.

Die Konferenz und der nachfolgende Bericht stellen heraus, welche Beiträge undokumentierte Arbeitskräfte in verschiedenen Sektoren der europäischen Wirtschaft leisten.

Das Seminar umfasste Präsentationen durch Experten aus Regierungskreisen und der Zivilgesellschaft über den Schutz undokumentierter Arbeitskräfte sowie Workshops für die Vertreter der verschiedenen, in dem Bericht genannten Organisationen aus Europa und den USA. Ziel der Workshops war es, die spezifischen Herausforderungen anzusprechen, um jene Wirtschaftszweige, in denen undokumentierte Arbeitskräfte beschäftigt sind (Landwirtschaft, Bauwirtschaft, Haushaltsarbeit, Dienstleistungen, usw.), sowie um lokale und nationale Kontexte zu unterstützen.

Klicken Sie hier für den UM workers in europe (EN - pdf).

Web, design and development by Typi Design